Wolfgang Beutin:
Hilleriana
Studien zum Leben und Werk
Kurt Hillers (1885-1972).

232 Seiten, ISBN 978-3-932696-83-1, 25,00 Euro


Der vorliegende Band enthält 6 Texte Wolfgang Beutins über Kurt Hiller (1885-1972), die innerhalb von zwanzig Jahren entstanden sind. Dabei werden unter anderem Hillers Engagement als Theoretiker des- und gruppenbildende Kraft im literarischen Expressionismus, - seine Bedeutung im Berlin der zwanziger Jahre, - der Weg ins Exil und die Rückkehr des Remigranten und Weltbühne-Autoren 1955 beleuchtet. Neben Studien zum Leben und Werk präsentiert der Literaturwissenschaftler Beutin 2 Texte als Zeitzeuge: Sie enthalten Erinnerungen an Kurt Hiller, der ab 1955 in Hamburg lebte. Hiller war Mitarbeiter an Beutins Zeitschrift LYNX.

Inhalt:
- Vorwort
- Kurt Hiller und die Gründung des „Neuen Clubs“ von 1909
- „Ich aber werde die Kraft haben, Sie nie mehr zu hassen …“: Phasen einer schwierigen Beziehung – Kurt Hiller und Karl Kraus
- „Die entscheidenden Vorstöße befehligte Kurt Hiller.“ – Ein Theoretiker der Berliner Moderne
- Kurt Hiller und der Beginn der faschistischen Regierung in Deutschland 1933
- „Saß in seiner Höhle und wartete …“ Kurt Hiller nach seiner Remigration und meine Zusammenarbeit mit ihm (1956-1967)
- Kurt Hillers Mitarbeit am LYNX
- Anhänge
- Nachweise


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Wolfgang Beutin:
Margarete Mahn. Die rote Bürgermeisterin.
Ein biographischer Roman.
262 S., ISBN 978-3-932696-87-9, 14,80 Euro


Margarete Mahn: 1913 geboren, Arbeiterkind aus Bremerhaven, als junges Mädchen Babysitterin im Haushalt von Lale Andersen und dem Maler Paul Ernst Wilke, ab 1927 Verkäuferinnen-Lehre, SAJ-Mitglied und ab 1931 in der SPD.
In der SAJ lernte Margarete den Schriftsetzer Reinhard Mahn kennen. Arbeitslosigkeit trieb ihn 1934 ostwärts nach Spremberg in der Lausitz, wo er Anstellung fand. Im Oktober 1938 folgte Margarete, im Januar 1939 heiratete das junge Paar, dem wenig Zeit für Eheglück blieb: Margarete arbeitete in einer Drahtbürstenfabrik. Reinhard wurde einberufen. Wenige „Heimaturlaube“. 1941: Kurz vor der Geburt ihres Sohnes Peter erlag er den Folgen einer Schußverletzung an der fernen Ostfront.
Als Antifaschistin und junge Kriegswitwe 1945 auf den Aufbau einer besseren Gesellschaft hoffend, 1945 „mit allen guten Vorsätzen“ der KPD beitretend, avancierte Grete Mahn ab 1958 im Mecklenburgischen zur „roten Bürgermeisterin“ in Groß Ridsenow und Siemitz (bis 1973). Nicht erfolglos in den dortigen bäuerlichen Lebenswelten, musste sie hier aber die Widersprüche ihrer Ideale und des DDR-Alltags erfahren, – besonders als ihr eigenen Sohn Anfang der sechziger Jahre einen Fluchtversuch in den Westen unternahm. Ab 1981 lebte die Pensionärin im nahen Güstrow. Nach dem Fall der Mauer reflektierte sie über ihren Lebensweg und den „Sozialismus“, der nach ihrer Auffassung keiner war: „Was ist denn das für ein Sozialismus gewesen, der bei Gegenwind (...) zusammenklatscht wie ein Kartenhaus?“, schrieb Margarete Mahn 1991 in einem Brief an Gregor Gysi. „Besinne Dich doch, etwas vollkommen Neues muß her, anstatt daß Ihr mit dem halb neuen, halb alten Laden weiterwirtschaftet, denn daß daraus etwas für die Dauer Nützliches und Erfolgreiches werden könnte, das nimmt Euch die Bevölkerung nicht ab.“



Wolfgang Beutin, geboren 1934, verbrachte als Kind das letzte Kriegsjahr in Güstrow und schrieb hierüber seinen 1985 veröffentlichten Roman: „Das Jahr in Güstrow“. Als er nach dem Fall der Mauer eine Lesung in Schwerin veranstaltete, nahm Margarete Mahn Kontakt zu ihm auf. Bei mehreren Treffen erzählte sie Beutin bereitwillig aus ihrem Leben und stellte ihm Dokumente zur Verfügung. Daraus entstand 20 Jahre später der hier vorliegende Roman, der keineswegs die quellenkritischen Ansprüche einer historischen Darstellung für sich reklamiert, wohl aber – bei allen Einforderungen schriftstellerischer Freiheit – ein wahrhaftiges Lebensbild einer „roten Bürgermeisterin“ in Mecklenburg zeichnet.




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Wolfgang Beutin:

Das Hamburger Totengericht
- Roman -
300 S., ISBN 978-3-932696-85-5, 14,80 Euro

Wolfgang Beutins Roman mutet surrealistisch an: Der Hamburger Germanistik-Dozent Paul-Ludwig Anecker findet sich am Ende seiner akademischen Karriere vor einem merkwürdigen Totengericht wieder. Im Traum steht er vor Akteuren wie Minos und Rhadamanthus, antiken Größen in Richterroben, und begegnet den Prozessgegnern seiner Lebenszeit, Widersachern aus dem Lehrkörper des 20. Jahrhunderts und aus der Universitätsverwaltung.
Nicht weniger als vier Jahrzehnte (1963-2003) hatte er als Lehrender an der Universität Hamburg verbracht, wo er bekannt war wegen seines Engagements für deren Demokratisierung. Er zieht das beklagenswerte Fazit: „Bei allem Respekt vor dem idealistischen Universitätsreformer Humboldt, es ist doch weder ihm noch sonst einem Revolutionär während des ganzen 19. Jahrhunderts jemals gelungen, aus dem akademischen Untertanen den akademischen Bürger zu machen, und selbst der meist-dekorierte Professor, der Mann des großen Namens, ist stets und ständig nicht mehr und nicht weniger als der Lakai seiner Fürstlichkeiten und Magistrate geblieben, ewig der buckelnde Untertan.“ Aneckers hochschulpolitisch tätiger Sohn, der Student Arvid, spricht hingegen von der „Lebenslüge“ des Vaters in dessen Kampf gegen die akademische „Hydra“: „Was du getan hast, war doch höchstens: hin und wieder an ihrem Schwanz zu ziehen. Gaukelei!“
Der Autor reflektiert nicht nur die Vergangenheit der Institution „Deutsche Universität“. Er liefert vor allem ein Stück kritischer Geschichte der „Alma Mater Hamburgensis“ in den Jahrzehnten vor der Jahrtausendwende. Der Dreiklang „Universität“, „Karrierismus vs. kreative Wissenschaft“ und „Arbeitsgericht“ wird Kenner des akademischen Lebens in Hamburg kaum überraschen, einer Universität, mit der die ehemaligen Studenten ein Leben lang den Bohnerwachsgeruch brauner Linoleumflure assoziieren.


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Wolfgang Beutin:
Erzählungen
156 S., ISBN 978-3-932696-82-4, 14,80 Euro


Der Germanist und Schriftsteller Wolfgang Beutin, geb. 1934 in Bremen, war seit 1971 als Dozent im Hochschuldienst. Er ist u.a. Mitautor der „Deutschen Literaturgeschichte“ aus dem Metzler-Verlag (inzwischen in 7ter Auflage und in diverse - bis ins Koreanische - Sprachen übersetzt) und schrieb Bücher über Literatur im Mittelalter und der Moderne, darunter Standardwerke zur mittelalterlichen Frauenmystik und zur Geschichte der erotischen Literatur. Außerdem veröffentliche er Belletristik, darunter fünf Romane.
Zu seinem im von Bockel Verlag Anfang der neunziger Jahre erschienenen Roman „Der Wanderer im Wind“ heißt es in einer Besprechung in der „Neuen Zeit“ (Berlin) von Eberhard Hilscher:
„Es entstand ein ‚Familienroman‘ mit Ewigkeitsthemen von den Wechselfällen des Lebens, Liebe und Tod. Hier mögen sich Reminiszenzen einstellen an berühmte Vorläufer wie Zolas ‚Rougon-Macquart‘-Zyklus, Thomas Manns ‚Buddenbrooks‘, Galsworthys ‚Forsyte-Saga‘ u.a., die der promovierte Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Wolfgang Beutin selbstverständlich kennt und schätzt. Er ordnet sich durchaus in diese Tradition ein.“
Beutin wendet sich stets „großen Stoffen“ zu. Dabei ist er spielerisch, - aber durchaus in der Tradition des deutschen „Realismus“, wie ihm Hilscher in der Besprechung attestiert. Beutin legt 2010 eine Sammlung von Erzählungen im „von Bockel Verlag“ vor.

Inhalt:
Die Zigarettenraucherin / Die Sammler: Das gespeicherte Leben · Der Kommunikator · Die Bücherburg / Die amerikanische Heirat / Liebe via Vordingborg / Das Holzhaus an der Jammerbucht / Meyer willer heißn / Kurzprosa: Die Erzählung des Wachtmeisters - Rumpelstilzchen · Die Erzählung des Professors - Die Spaltung · Die Erzählung des Redaktionsassistenten - Das Attentat · Die Erzählung der Schülerin - Bruch · Die Erzählung der Bibliothekarin - Der neue Kollege · Die Erzählung des Jägers - Der Doppelmord · Die Erzählung des Automatenvertreters - Die Wette · Die Erzählung der Träumerin - Die Mühle · Die Erzählung des Vikars - Fundsachen · Die Erzählung des Patienten - Die Gedenktafel.

 
Beutin bei der Vorstellung des Erzählungs-Bands in der Heinrich-Heine-Buchhandlung in Hamburg

Aus einer Bepsrechung von Ulrike Schwalm:
Er beginnt sie stets im vermeintlichen Plauderton – um dann mit dem Leser den Einbruch des Absurden oder Skurrilen in die nur äußerlich wohlgeordnete Alltagswelt zu genießen. Wolfgang Beutins „Erzählungen“, die jetzt im von-Bockel-Verlag als Paperback erschienen sind, üben eine Sog- und Suchtwirkung auf den Leser aus, gerade weil er in manchmal kafkaesker Manier Abgründe im Aktendasein des akademischen Alltags aufbrechen lässt. Da sitzt sein Alter ego, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Hamburg, im zehnten Stock des „Philosophenturmes“ (er ziert das Buchcover), als ihn plötzlich merkwürdige „Störungen“ vom Flur her von seinen Papierstapeln wegziehen. Schuld ist der „Kommunikator“ (Titel der Erzählung), ein Kollege, der das ganze Institut entlarvt: „....unsere alltägliche Kommunikation bestünde im Fehlen der Kommunikation, der Kommunikationslosigkeit...“ (Beutin). In einer weiteren Erzählung („Die Bücherburg“) wird eine literarische Sammlung einem Professor zum Bollwerk gegen den Tod. Er baut ein zunehmend fragileres Labyrinth aus fast unzugänglichen „Bücherkojen“ in seiner Wohnung auf.
Nicht ankommen können, den Zutritt verwehrt finden – auch das ist ein häufiges Motiv bei Beutin, gerade in diesem neuen Band. So finden in „Der neue Kollege“ (Titel einer Kurzerzählung) die Dozenten ihr Hörsäle morgens immer
schon besetzt, von einem neuen „Lehrkörpermitglied“, das keine Zuhörer hat, aber ungehalten über jegliche Störung ist....“Der neue Kollege“ gehört zu einer Reihe von Kurzerzählungen, die den Band beschließen. Oder krönen. Denn diese Kurzprosa, in der Beutin Menschen in ihrem Duktus erzählen lässt (zum Beispiel eine Bibliothekarin, einen Vikar oder eine Redaktionsassistenten), zählt zu den Höhepunkten des Buches. Beutin, der kürzlich seinen 75. Geburtstag gefeiert hat, spannt mit „Erzählungen“ auch einen Bogen über die Themen seiner Generation, ohne jedoch gestrig zu wirken. Das früheste Stück in diesem Buch ist „Meyer willer heißn“, eine Erzählung, die Beutin 1956 als Student veröffentlicht hat. Sie ist ein mundartliches Drama einer zufällig zusammengewürfelten
Menschenschar in einem Bunker während des Zweiten Weltkrieges und so eindringlich wie Borcherts „Draußen vor der Tür.“ Der Autor erwähnt in seinen Erzählungen Begriffe und Lebenswirklichkeiten, die Jüngere nicht mehr kennen. Da gibt es „Zivilingenieure“, einen „Spätheimkehrer“ oder einen Streit um marxistische Literaturauslegung, die den Erzähler fast seinen Job kostet. Alles ist so spannend, dass man dieses Buch in einem Zug durchlesen muss. Schade, dass es so dünn ist. Wann folgt der nächste Beutin-Band?




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Wolfgang Beutin:

Don Juan kommt wieder

- Aphorismen -

 228 S., ISBN 978-3-932696-84-8, 14,80 Euro


Dies ist ein Buch der Aphorismen, Sentenzen, Einfälle, Ausfälle, schneidenden Satiren und Mini-Polemiken. Weshalb unter der Flagge des berüchtigtsten Freibeuters der Erotik? Jeder der kleinen Texte bietet ein präzises, komprimiertes, kurzes Lese-Abenteuer – ebenso kurz sind auch die Liebesabenteuer des spanischen Verführers (sein kürzestes, wie er versichert, habe drei Minuten gedauert!). Also eine strukturelle Ähnlichkeit nach dem Motto, die Würze liegt in der Kürze. Aber zweitens auch: Im Zentrum seines Buchs versammelt der Autor eine Fülle Erotica, das sind Aussprüche über Sexuelles, sogar auch Obszönes. Verbale Abenteuer, donjuaneske Kapriolen! Mit Motiven gleich diesen, außerdem mit dem Namen im Titel greift der Autor auf sein bereits seit 1974 vorliegendes Buch: „Komm wieder, Don Juan!“ zurück. Mit dem belletristischen Spaß hält Verbindung auch eines der wissenschaftlichen Hauptwerke desselben Verfassers: „Aphrodites Wiederkehr“ (2005), eine Untersuchung der wichtigsten erotischen Motive der Weltliteratur, von denen dem Don Juan-Motiv das mittlere (dritte) Kapitel von fünfen gewidmet ist. Die erste Don Juan-Schrift des Verfassers erschien damals (1974) mit dem Untertitel: „Auch ein Anti-Roman“ und enthielt neben einer Menge Aphorismen auch Lyrik, einen Einakter, ein Drama („Künstlertraum“), zahllose Beobachtungen und Maximen. Eigentlich so ungefähr alles an literarischen Gattungen, eben außer der Romanform. Der neue Band enthält wiederum ein innovierendes Potpourri von Beispielen unterschiedlicher literarischer Gattungen. Und die Motive, Themen, Sujets?

Übersicht:
Anything goes – Vom Junker Gret – Personen – Die das Pulver nicht erfunden haben. Literaten – Die Gelehrten, die Verkehrten – Vorkommnisse – Die Heilige Schrift auf dem Mond. Kirchenlichter – Nur zu natürlich. Begebenheiten – Miszellen – Schmähungen – Neuseelland. Psychologisches – Literatur und andere Fragwürdigkeiten – Die perfekte Weißwaschung. Nachkriegsjustiz in Deutschland – Sprache zur Sprache gebracht – Die wahre Philosophie des Todes. Die Schmöcke – Bezahlte Bluthunde, unbezahlte und unbezahlbare – Don Juans zweiter Sohn




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Eine Auswahl weiterer Titel
von Wolfgang Beutin

aus dem von Bockel Verlag



Beutin, Wolfgang: Der Demokrat Fritz Reuter; 152 S., Hamburg 1995, ISBN 978-3-928770-52-1; Mecklenburger Profile, 2; 15,00 Euro
Der Germanist und Schriftsteller Wolfgang Beutin beschreibt erstmals den politischen Fritz Reuter, der immer noch zu sehr als „nur regional agierend“ wirkender Humor-Schriftsteller betrachtet wird. Dabei werden die Brüche in der Biographie Reuters sichtbar. Der ehemalige Burschenschafter, der von den Preußen in Festungshaft gesteckt wurde, erwies sich später als Bismarck-Verehrer. Reuter war dabei mehr als nur ein „geselliger Heimatschriftsteller“.



Aus einer Besprechung der Ostsee-Zeitung:
Endlich liegt jetzt auch eine zeitgemäße Untersuchung über den politischen Reuter vor, der am 7. Oktober 1810 in Stavenhagen geboren wurde. Er war ein Vorkämpfer demokratischer Traditionen, der schon als junger Burschenschafter den „Demagogen“-Verfolgungen zum Opfer fiel.
Seither war er stigmatisiert als „Märtyrer“ der Demokratie-Bewegung in Deutschland.
Reuter stieg in seiner zweiten Lebenshälfte zum Erfolgsautoren auf und vermochte wie wenig andere, demokratisches Gedankengut zu popularisieren. Das Resümee seines Lebens, von ihm selbst gezogen, behält Gültigkeit: „(...) ich habe (...) sehr kämpfen und streiten müssen, und wenn einer Augen hat zu sehen, so wird er zwischen den Zeilen meiner Schreibereien herauslesen müssen, daß ich immer Farbe gehalten habe und daß die Ideen, die den jungen Kopf beinahe unter das Beil gebracht hätten, noch in dem alten fortspuken.“
Wer war Fritz Reuter wirklich, der Revolutionär, Schriftsteller, der Mensch mit Ausschweifungen und (am Ende seines Lebens) Bismarck-Verehrer? In seiner Monographie „Der Demokrat Fritz Reuter“, erschienen im von Bockel Verlag, stellt der Hamburger Literaturwissenschaftler Wolfgang Beutin die Wandlungen Fritz Reuters dar, der als Burschenschafter und Anhänger der Freiheitsidee ebenso wie später als Befürworter der „Reichseinigungs“-Politik in Erscheinung trat. Erstmals wird mit verschiedenen Ansätzen – historischen, literaturwissenschaftlichen, biographischen und psychoanalytischen – eine zeitgemäße Annäherung an die Persönlichkeit Reuters erreicht.


Zu der von Wolfgang Beutin herausgebenen Schriftenreihe "Mecklenburger Profile" siehe auch:
===> Mecklenburger Profile <===





„Die Emanzipation des Volkes war die große Aufgabe unseres Lebens“.
Beiträge zur Heinrich-Heine-Forschung
anläßlich seines zweihundertsten Geburtstags 1997.

Hrsg. von
Wolfgang Beutin, Thomas Bütow, Johann Dvořák, Ludwig Fischer.
344 S. Hamburg 2000, ISBN 978-3-932696-15-2, 25,00 Euro


Die Referate von 3 Tagungen, die anläßlich des Heine Jubiläums 1997 stattfanden, sind in diesem Band vereinigt. Prominente Wissenschaftler und international ausgewiesene Heine-Forscher kommen zu Wort.

Inhalt:

Kunst, Politik und Gesellschaft im Europa des 19. Jahrhunderts:
1. Walter Grab: Heinrich Heine und die Revolution von 1848. - 2. Franzjosef Schuh: Heinrich Heines Stellung zu den „Traditionen“ der griechisch-römischen Antike oder Heinrich Heine - Bruder in Apoll. - 3. Heidi Beutin: Shakespeare, der Puritanismus und England. - 4. Alain Ruiz: „Hier ist heiliger Boden.“ - Deutsche Freiheitspilger und politische Emigranten in Paris von der Revolution von 1789 bis Heinrich Heine. - 5. Johann Dvořák: Ästhetik und politische Ökonomie. Heinrich Heine, Karl Marx und der Saint-Simonismus. - 6. Wolfgang Beutin: „Die Literaturgeschichte ist die große Morgue, wo jeder seine Toten aufsucht, die er liebt oder womit er verwandt ist.“ - Heinrich Heine als Historiker der Literatur.

Heinrich Heine und die Religionen der Welt:
7. Gunter Martens: Heines Taufe und ihre Spuren in den Gedicht-Zyklen Nordsee I und II. - 8. Eckhard Reichert: Heine über Luther und die Reformation. - 9. Annemarie Post-Martens: Heines „Himmelreich auf Erden“. - 10. Christian Höpfner: 1848: Heines Rückkehr zu Gott? - 11. Anja Sroka: Heines Haltung zu Katholizismus und Renaissance. - 12. Thomas Bütow: Almansor. Heine und der Islam. - 13. Wolfgang Beutin: „... daß ich die gute protestantische Streitaxt mit Herzenslust handhabe ...“ - Heinrich Heine und die Geschichte des Unglaubens. - 14. Hans-Jürgen Benedict: Wenn Christus noch kein Gott wäre, würde ich ihn dazu wählen - Heinrich Heines heitere Religionskritik. - 15. Hans-Jürgen Benedict: Vom Weltgericht.

Werk und Wirkung im deutschen Frühliberalismus:
16. Barthold C. Witte: Demokratie braucht Erinnerung - zum Beispiel an die Revolution von 1848 und an Heinrich Heine. - 17. Peter Stein: Zu den Widersprüchen in der Rezeptionsgeschichte Heinrich Heines. - 18. Alexander Berger: Heine und seine Zeitgennossen: Strömungen und Auseinandersetzungen im deutschen Liberalismus des Vormärz. - 19. Gerhard Wagner: Heines Modernität. Aspekte seiner Positionierung in der ästhetischen Kultur des 19. Jahrhunderts. - 20. Wolfgang Beutin: „Denn ich glaube an den Fortschritt, ich glaube, die Menschheit ist zur Glückseligkeit bestimmt ...“ - Heines politische Gedankenwelt in ihrer Zeit. - 21. Heidi Beutin: „Diese Cleopatra ist ein Weib. Sie liebt und verrät zu gleicher Zeit“. - Kritisches zur Darstellung von Frauen in Heines Werk. Mit einem tiefenpsychologischen Nachtrag von Wolfgang Beutin.

Anhang:
22. Wolfgang Beutin: Von der Orthodoxie zur Aufklärung. Die geistige Wende im Werk Lessings und Heines.




Hommage á Kant.
Kants Schrift "Zum ewigen Frieden".

Hrsg. von Wolfgang Beutin.
152 Seiten, Hamburg 1995, ISBN 978-3-928770-61-3, 35,00 Euro



Was kann gegen Haß und Gewalt getan werden? Welche zukunftsträchtigen Wege gibt es zu Friedensfähigkeit im Inneren und Äußeren?
Aus Anlaß des 200. Jahrestages des Erscheinens von Immanuel Kants Schrift "Zum ewigen Frieden" veranstalteten die Friedrich-Naumann-Stiftung und der Verband Deutscher Schriftsteller Schleswig-Holstein vom 29. bis 31. März 1995 in der Bildungsstätte Zündholzfabrik in Lauenburg/Elbe eine Tagung, deren Referate in diesem Band zusammengestellt sind.
Kants Friedensschrift ist zwei Jahrhunderte alt. Die in ihr entwickelte Idee des Friedens ist dennoch heute von beeindruckender Aktualität: vor allem in ihrem nüchternen politischen Realismus und ihrer Skepsis gegenüber schnell wirkenden Heilmitteln. Kant sagt, immerwährender Friede müsse dann keine bloße Idee bleiben, wenn wir es als unsere Pflicht und als berechtigte Hoffnung ansehen, schrittweise und kontinuierlich das internationale Recht zu verwirklichen. Der Fortschritt sei bisher langsam gewesen, "... aber hoffentlich werden die Abstände zwischen den Stufen des Fortschritts in Zukunft geringer."

Inhalt:

Vorwort - von Michael Hauberg und Wolfgang Beutin

Hermann Schweppenhäuser: "Zum ewigen Frieden". Kants kosmopolitisches Vermächtnis

Walter Grab: Zwischen Obrigkeitsgehorsam und Revolutionsbejahung. Immanuel Kants Einstellung zur Französischen Revolution

Walter Grab: Die Leistungen der französischen Jakobiner im Entscheidungsjahr 1793/94

Michael Gassenmeier: Edmund Burke und die Entstehung des Konservatismus. Zum politischen Kontext von Kants Friedensschrift

Wolfgang Beutin: Kants Schrift "Zum ewigen Frieden" (1795) und die zeitgenössische Debatte

Martin Gralher: Moral und Realpolitik. Die Aktualität der Aufklärung für den Liberalismus




Barlach-Studien.
Die Referate der Güstrower Barlach-Tagung anlässlich seines
125. Geburtstags am 2. Januar 1995.
Hrsg. von Wolfgang Beutin und Thomas Bütow
158 S., Hamburg 1995, 15,00 Euro



Barlachs Künstlertum findet bis heute große Beachtung. Es ist gleichzeitig, wie alle in diesem Band versammelten Beiträge zeigen, das Instrument einer eindrucksvollen Selbstbehauptung in äußerster seelischer Bedrängnis. Barlach hat um sein Leben geschrieben. Er hat seine Stellung zu sich selbst und zur Welt in seinen Dramen immer wieder neu konfiguriert und sich so immer wieder Schritte ins Freie ermöglicht. Lebensgeschichtlich ist der Ursprung des Traumas grob lokalisierbar: Ein geliebter Vater, den der junge Ernst schon im Alter von 14 Jahren verliert, eine psychisch belastete, sich an den Sohn klammernde Mutter, der er sich erneut und auf Jahre ausliefert, indem er ihr die Erziehung seines unehelichen Sohnes Klaus überläßt.
Wirklich ins Freie ist Barlach nicht gekommen. Erde und Wind waren ihm nahe, aber das verzehrende Feuer und das reinigende Wasser hat er für sich nicht entdeckt. Den christlichen Weg der Gotteskindschaft konnte er nicht gehen.
Inhalt:
Thomas Bütow: Mutter, Vater, das Unbewußte und der Weg ins Freie. - Zu diesem Buch - Tom Crepon: Ernst Barlach als Literat und Autobiograph - Gunter Martens: Das hüllensprengende Drängen des Werdens. Bemerkungen eines Literaturwissenschaftlers zur Beziehung zwischen Bild und Text im Gesamtwerk Ernst Barlachs - Anja Sroka: Söhne und Väter. Barlachs Drama - Barlachs Dramen - Andrea Fromm: Traum und Vision bei Ernst Barlach - Wolfgang Beutin: "Er hat wohl tiefe Keller in seiner Seele". Die Tiefenpsychologie Barlachs - Barlach und die Tiefenpsychologie. -
Anhang. Berichte aus den Arbeitsgruppen der Güstrower Barlach-Tagung im Januar 1995 - Horst Otto Müller: Ernst Barlach als bildender Künstler. - Anja Sroka: Arbeitsgruppen zu den Themen "Barlachs Träume und Visionen" und "Barlachs Vater-Sohn-Problematik erörtert durch Aspekte der Mystik". - Klaus Stolzenberg: Arbeitsgruppenbericht über "Die Romane" - Ingeborg Sudhölter: Ein "Echo" auf die Gruppenarbeit.



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